Tipps und Tricks für Eure Hochzeit

Exklusivität der Location
Übernachtungsmöglichkeiten
Standesamt und Freie Trauung kombiniert
Parkplätze
Raumgrößen
Hochzeitscatering
Merkmale guter Locations
Korkgeld in der Location
Locationausstattung
Unliebsame Hochzeitsgäste
Hochzeits-Setup
Hochzeits-Getränkepauschale
Hochzeits-Einzug
Hochzeits-Auszug
Hochzeit
Trauringtausch
Hochzeitsmusik
Brautjungfern Pros und Cons
Trauzeuge sein
Hochzeitsgeschenke
Titelbild Symbolische Handlung
Blumenmädchen
Hochzeitsparty
Hochzeitsreden
Symbolik der Hochzeitstorte
Eheversprechen
Junggesellenabschied
Hochzeitsbudget
Entspannt heiraten
Danksagung Hochzeit

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Bevor Ihr anfangt nach Locations zu suchen: Überlegt Euch gründlich, wie wichtig Euch die Exklusivität an Eurem Hochzeitstag ist. Hättet Ihr ein Problem damit, wenn neben Eurer eigenen noch eine zweite Hochzeitsgesellschaft vor Ort wäre, oder normale Tagesgäste in der Gaststube nebenan säßen? Wenn Ihr diese Frage mit JA beantwortet, dann konzentriert Euch bei der Suche ausschließlich auf Locations, die Ihr exklusiv anmieten und gestalten könnt.

TJe nach Zusammensetzung Eurer Gäste benötigt Ihr Übernachtungsmöglichkeiten. Auch dies sollte bei der Auswahl Eurer Location eine Rolle spielen. Überschlagt grob anhand Eurer Gästeliste, wie viele Zimmer voraussichtlich benötigt werden und stellt sicher, dass in der Location bzw. in der näheren Umgebung genügend adäquate Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sind. Optioniert unverbindlich und kostenlos bis zu einem bestimmten Stichtag Zimmerkontingente, die Eure Gäste unter einem Stichwort abrufen können und informiert Eure Gäste zusmamen mit der Einladung über diese Möglichkeit. Üblich ist, dass nicht abgerufene Zimmer nach dem vereinbarten Stichtag wieder in den freie Verkauf gehen, aber sagt sicherheitshalber alle nach diesem Datum nicht abgerufenen Zimmer ab, damit Euch auf keinen Fall Kosten entstehen. Behaltet dabei auch auf dem Schirm, dass Ihr als Brautpaar ebenfalls irgendwo in der Nähe übernachten solltet. Und bedenkt, dass es von Vorteil sein kann, wenn die Braut für das Getting Ready bereits ein Zimmer vor Ort zur Verfügung hat.

Standesamtliche und freie Trauung zusammen direkt in der Location? – Wenn es Euer Wunsch ist, dass Ihr beide Trauungszeremonien und die anschließende Feier am selben Ort habt, solltet Ihr mit der Locationsuche bei den möglichen Wunschorten Eures Standesamts beginnen. Aber auch Land- und Weingüter bieten diese Kombination zunehmend an. Ruft einfach an und erkundigt Euch! – Qualifizierte freie Redner*innen sind übrigens auch dafür ausgebildet, solche Zeremonie-Kombinationen sicher zu leiten und Euch hinsichtlich des besonderen Ablaufs zu beraten.

Es ist kaum zu glauben, aber das Thema Parkplätze ist für das Gelingen eines Events enorm wichtig. Idealerweise verfügt die von Euch ausgesuchte Location über eine ausreichende Anzahl von Parkplätzen. Als Richtwert hierfür nehmt Ihr Eure Gästeanzahl und teilt diese durch zwei. Allerdings ist die Parkplatzsituation speziell bei Locations mit Innenstadtlage nicht immer optimal. – Checkt daher auch immer die Parkplatzsituation ab, bevor Ihr Euch endgültig für eine Location entscheidet ud informiert Eure Gäste über die Parkmöglichkeiten mit Hilfe einer Anfahrtsskizze oder ähnlichem.

Die Wahl der richtigen Raumgröße ist für den Erfolg Eurer Hochzeitsfeier sehr wichtig. Der Raum und Eure geplante Feier müssen zueinander

passen. Viele Locations geben inzwischen konkrete Zahlen für verschiedene Bestuhlungsvarianten an bzw. weisen im Infotext auf konkrete mögliche Personenzahlen hin. Wenn nur die Fläche in qm angegeben ist, rechnet Ihr für einen Stehempfang mit ca. 1,2 qm pro Person. Der Platzbedarf für ein gesetztes Abendessen hängt stark von der Art der Tische ab. Lange Tafeln brauchen bspw. weniger Platz, als eine Gesellschaft an runden 8er oder 10er Tischen. Rechnet hier als Faustregel mit einem Platzbedarf von 1,6 bis 2,0 qm pro Gast. Der Platzbedarf für eine Tanzfläche und den Cateringaufbau ist hierbei bereits inkludiert.

Achtet unbedingt darauf, dass Ihr die Location nicht überdimensioniert wählt. In einem halb leeren Raum entsteht viel schwerer Feierstimmung, als wenn es eher kuschelig ist.

Und fragt bei der Besichtigung nach den Lüftungsmöglichkeiten. Ist eine Klimaanlage vorhanden? Lassen sich die Fenster öffnen? Dürfen diese ab einer bestimmten Uhrzeit noch geöffnet werden wegen Lärmschutz?

Wenn Ihr Euch für eine Location ohne eigene Restauration interessiert, dann fragt nach, ob Ihr bei der Anmietung an einen festen Caterer

gebunden seid, oder ob Ihr diesen frei wählen könnt. Ist eine feste Catererbindung vorhanden, schaut Euch diesen unbedingt an (Webauftritt,

Art der Speisekarte, evtl. laufender Gastronomiebetrieb) bevor Ihr Euch für die Location entscheidet.


Wenn Ihr den Caterer frei wählen könnt, ist es ratsam, danach zu fragen, mit welchen Partnern man in der Location schon gute Erfahrungen gemacht

hat und sich die Kontakte geben zu lassen. Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn der Caterer sich in der Location logistisch bereits auskennt. Solltet Ihr einen Caterer engagieren wollen, der die Location noch nicht kennt, empfehle ich Euch unbedingt einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin in der Location vor der Erstellung des Angebots.


Das Hochzeitsmenü bzw. -buffet zu planen macht Spaß, bedarf aber auch einiger Überlegung. Schaut Euch online – falls vorhanden – die Standard-Menü- und Buffetvorschläge der in Frage kommenden Locations an, sofern diese über eine eigene Restauration verfügen. Ihr erhaltet so einen ersten Eindruck bezüglich der Qualität und des Preisniveaus. Spätestens beim Besichtigungstermin solltet Ihr um eine solche Standardmappe bitten.


Für die freie Wahl eines Caterers gilt im Prinzip dasselbe. Informiert Euch vorab über die Leistungen und Preise. Und macht Euch klar, dass eine endlos lange Speisekarte nicht unbedingt ein Zeichen für Qualität und Frische ist.


Ein Essen à-la-carte, bei dem sich jeder Gast im Restaurant selber aussucht was er möchte, funktioniert nur bei ganz kleinen Hochzeitsgesellschaften (bis max. 16 Personen). Für größere Feiern solltet Ihr das Essen und die Getränke vorab aussuchen. Ihr lauft sonst Gefahr, dass die Küche mit dem Zubereiten der Speisen nicht hinterherkommt, nicht alle Gerichte gleichzeitig servierfertig sind und sich das Ganze dadurch extrem in die Länge zieht.


Habt immer im Blick, dass es sicherlich den einen oder anderen Gast geben wird, der sich vegetarisch oder vegan ernährt und seid darauf vorbereitet. Am besten fragt Ihr solche Vorlieben schon bei der Einladung/Zusage zur Hochzeit ab.


Und macht man eigentlich noch Probeessen? Ja – das macht vor der endgültigen Entscheidung für eine Location durchaus Sinn, denn so gewinnt Ihr einen guten Eindruck von der Qualität der Speisen und vom Service. Allerdings ist es bei Hochzeitsgesellschaften oft so, dass der Gastronom hierfür zusätzliche Hilfskräfte engagiert und deren Performance seht Ihr im normalen Betrieb nicht. Außerdem kann es ziemlich anstrengend sein und auch recht teuer werden, in X verschiedenen Locations ein Probeessen durchzuführen.


Ich empfehle Euch daher, lediglich in der final ausgewählten Location Probeessen zu gehen, und zwar auf Basis der Menüvorschläge, die bereits zur Diskussion stehen. Nehmt zu diesem Termin ruhig Eure Eltern mit, die sich garantiert sehr darüber freuen werden. Achtet darauf, dass jede/r etwas anderes bestellt, damit Ihr reihum probieren könnt. Und auch wenn Ihr selber keine Vegetarier seid, sollten eine oder zwei Personen ein vegetarisches Gericht probieren, denn diese sind auf vielen deutschen Speisekarten leider immer noch Stiefkinder. Wenn Ihr keinen keinen Weinkenner in den eigenen Reihen habt, lasst Euch diesbezüglich vom Serviceleiter oder vom Küchenchef beraten. Sollte Euch während des Probeessens etwas negativ auffallen, sprecht dies aktiv an und bittet

darum, dass dies auf Eurer Feier nicht passiert oder anders gehandhabt wird.


Setzt Euch nach Abschluss des Essens mit Eurem Ansprechpartner in der Location zusammen und legt die Speisenfolge und die Getränke fest. Denkt

dabei auch an ein Kindermenü wenn nötig und sprecht eventuelle bekannte Unverträglichkeiten Eurer Gäste an, damit die Küche diese berücksichtigen kann.


Bei externen Caterern oder Partyservices ist meist kein Probeessen möglich. Hier müsst Ihr auf Euer Gespür und auf Empfehlungen vertrauen.


Ob man eine Location mag, entscheidet sich als erstes anhand äußerer Faktoren wie Lage, Einrichtung, Ambiente, etc. Aber wie erkennt Ihr, ob eine Location wirklich gut geführt ist?

Eine gut geführte Location mit eigener Restauration zeichnet sich dadurch aus, dass Euch bei einem fest vereinbarten Besichtigungstermin etwas zu trinken auf Kosten des Hauses angeboten wird. Bei spontanen Besichtigungen oder bei Locations mit externem Catering ist dies eher selten der Fall.


Personalkosten sind ein starker Preistreiber bei Cateringangeboten, und werden daher von manchen Gastronomen gerne nach unten gedrückt, was eigentlich immer zu Lasten der Servicequalität geht. Fragt daher, mit wie vielen Servicekräften pro Gästeanzahl bei einem gesetzten Essen in der jeweiligen Location kalkuliert wird. Ein gutes Haus mit funktionierendem Service wird Euch eine Servicekraft für 15 bis maximal 20 Gäste anbieten. Exzellente Häuser rechnen mit einem Verhältnis von 1:10 bis 1:12. Bei Buffets – hier wird Servicepersonal in erster Linie an den Buffetstationen, für den Getränkeservice und für das Abräumen der Tische benötigt – sollte das Verhältnis nicht geringer als 1:25 sein, zzgl. der Buffetstationen.


Und so banal es klingt: Schaut Euch unbedingt – ggf. unter einem Vorwand – die Ausstattung und Sauberkeit der Toiletten an. Auch diese sind immer ein guter Indikator dafür, ob die Location insgesamt gut funktioniert.

Ich wohne in einer Weinbauregion. Da kommt es schon mal vor, dass das Brautpaar seinen eigenen Wein mitbringen möchte. Der Wirt berechnet dann ein sogenanntes 'Korkgeld'. Aber was versteht man eigentlich darunter?

Gastronomen verdienen ihr Geld normalerweise nicht über das Essen, sondern über den Getränkeabsatz. Wenn Ihr Eure eigenen Getränke mitbringen möchtet, ist das Korkgeld daher wie ein pauschaler Ersatz für den Verdienstausfall des Wirts, Konkret bedeutet das, dass Euch der Wirt für jede von Euch mitgebrachte Flasche, die er in Eurem Auftrag an Eure Gäste ausschenkt, einen fixen Betrag an Umsatzausfall berechnet.


Fragt daher ausdrücklich danach, wenn Ihr darüber nachdenkt, eigene Getränke mitzubringen. In vielen Fällen lohnt sich nämlich durch das Korkgeld der Ausschank eigener Getränke preislich nicht mehr.

Je nachdem wo und wie Ihr feiern möchtet, ist die in der Location vorhandene Ausstattung ein wichtiges Thema. Plant Ihr z.B. eine Feier in einer alten Scheune oder auf einem Weingut, wird die vorhandene Ausstattung eine andere sein, als wenn Ihr in einem Schlossrestaurant oder in der örtlichen Bürgerhalle feiern möchtet. Erkundigt Euch daher beim Besichtigungstermin genau danach, was vorhanden ist. Seht Euch das Material an und schreiben Euch v.a. die vorhandenen Stückzahlen auf. Danach könnt Ihr entscheiden, was Ihr ggf. an Ausstattung hinzumieten müsst oder möchtet.


Als Anhaltspunkt für Artikel und Preise in der Ausstattungsanmietung empfehle ich Euch die Website www.tellertaxi.de. Oder Ihr schaut allgemein im Web unter dem Suchbegriff 'Catering Equipment' in Eurer Region. Die meisten Unternehmen haben auch einen Showroom, in dem man die Artikel live anschauen und aussuchen kann.

Eines der bekanntesten – und besten – Handbücher für die Planung von Hochzeiten stammt von dem Hochzeits DJ Thomas Sünder und heißt: WER JA SAGT, DARF AUCH TANTE INGE AUSLADEN. – Aus meiner Sicht eine nachdrückliche Buchempfehlung für alle angehenden Hochzeitspaare. (Taschenbuchausgabe für € 10,00 bei amazon erhältlich).


Unter uns Freien Redner*innen ist 'Tante Inge' inzwischen zum Synonym für diejenigen Gäste geworden, die die Brautpaare eigentlich gar nicht dabeihaben wollen, die sie aber 'des Anstands wegen' einladen – oder meinen, einladen zu müssen.


Macht Euch bitte eines klar: Irgendwer wird immer beleidigt sein. Sei es, weil Ihr die Feier aus Budgetgründen klein halten müsst, oder weil der Termin nicht passt, oder die Sitzordnung nicht gefällt, oder, oder, oder … Macht Euch frei von dem Anspruch, es allen recht zu machen.


Thomas Sünder schreibt dazu sehr treffend: "Eure Hochzeit wird vermutlich das persönlichste, intimste und teuerste Fest Eures Lebens. Da bleibt null Raum für faule Kompromisse. (…) An diesem besonderen Tag sollten an Eurer Seite nur die Menschen sein, die Euch privat am nächsten stehen oder die Euch seit Langem konstruktiv durchs Leben begleiten."


Hey – ES IST EUER TAG und ES IST EURE ENTSCHEIDUNG!

Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Und es macht einen riesigen Unterschied, ob Ihr während der Zeremonie mit dem Rücken zu Euren Gästen sitzt, oder ob Ihr einander sehen könnt. Sitzt Ihr mit dem Rücken zu den Gästen, so bekommen die sehr schnell das Gefühl: ‘Die drei da vorne die machen das unter sich aus, wir sind hier eh nur Statisten.‘

Eine Freie Trauung soll jedoch lebendig sein und die Gäste ausdrücklich mit einbeziehen. Daher ist es mir ein großes Anliegen, Euch ein Setup zu empfehlen, bei dem alle drei handelnden Parteien (Hochzeitspaar, Redner und Gäste) einander während der Zeremonie anschauen und miteinander kommunizieren können.

Die vielleicht geplante besondere Deko der Stuhllehnen des Hochzeitspaars spart Ihr Euch daher besser für das Party-Setup auf. Auch da kommt so etwas sehr schön zur Geltung.

Die Kosten für die Getränke zum Essen und die Drinks an der Bar sind bei der Planung von Hochzeiten immer die große Unbekannte bei der

Budgetplanung. Daher ist die Angst vieler Paare, dass dieser Posten im Nachhinein ihren Kostenrahmen sprengen könnte, durchaus begründet.


Um dem vorzubeugen, gibt es sogenannnte Getränkepauschalen. Allerdings muss man hier ziemlich genau hinschauen, denn manche Gastronomen zocken

hier unerfahrene Kunden ganz schön ab. Und grundsätzlich stellt sich auch die Frage: Lohnt sich eine Getränkepauschale? Denn der vereinbarte Betrag muss ja in jedem Fall bezahlt werden.


Üblicherweise werden Getränkepauschalen pro Person (ohne Kinder!) kalkuliert. Sie sind auf ein bestimmtes Set an vorher ausgewählten Getränken beschränkt. Meist kommt noch eine zeitliche Limitierung hinzu. Lasst Euch auf jeden Fall einen Ausdruck der Getränkekarte mitgeben und überschlagt anhand der dort gelisteten Preise, ob die Euch angebotene Pauschale realistisch ist. So erkennt Ihr schon mal, ob die Pauschale Abzocke oder ein faires Angebot ist.


Ob Ihr mit einer Pauschale generell günstiger fahrt, als mit einer Einzelabrechnung, lässt sich allerdings nicht allgemein beantworten. Bei Hochzeiten im Hochsommer kann es auch mal vorkommen, dass statt der geplanten teuren Alkoholika fast ausschließlich Wasser getrunken wird. Zahlen müsst ihr dann aber die Pauschale.


Pauschalen sind einerseits hinsichtlich ihrer Rentabilität immer ein Glücksspiel. Sie geben aber andererseits eine gute Planungssicherheit und sorgen zuverlässig dafür, dass Euer Hochzeitsbudget an dieser Stelle keinesfalls aus dem Ruder läuft.

Der Einzug ist tatsächlich einer der empfindlichsten Punkte in der gesamten Hochzeitszeremonie. Und nur ganz wenigen Paaren ist klar, welche Varianten und vor allem welche Fallstricke es hierbei gibt, bevor sie sich mit dem Thema im Detail auseinandersetzen. Varianten für den Einzug sind zum Beispiel:


• Der Bräutigam steht vorne, die Braut zieht ein.

• Braut und Bräutigam ziehen gemeinsam ein.

• Erst zieht der Bräutigam ein, dann die Braut. (jeweils zur eigenen Musik).

• Er steht vorne, sie hinten, beide gehen aufeinander zu, treffen sich in der Mitte und gehen dann gemeinsam nach vorne.


Diese Varianten können um weitere Optionen ergänzt werden, z.B. durch die Begleitung durch eine Person, die der Braut bzw. dem Bräutigam wichtig ist.


Blumenkinder ziehen schnell die Aufmerksamkeit auf sich und von der Braut weg. Hier solltet Ihr auf genügend Abstand achten oder die Kids vielleicht eher in den Auszug integrieren.


Die Musik für den Einzug sollte fröhlich, aber nicht zu fetzig sein. Und die Braut sollte ihren Auftritt bitte auskosten! An alle angehenden Bräute: GEHT LANGSAM!!! Wenn Ihr das Gefühl habt, im Schneckentempo zu laufen, ist es vermutlich genau richtig!

Ihr habt es geschafft und seid jetzt offiziell Eheleute. Aber auch der Auszug will wohl bedacht sein. Hierbei ist zu unterscheiden, ob die Trauung im Freien oder in geschlossenen Räumen stattfindet.


Im Freien zieht immer erst das Hochzeitspaar zuerst aus. Indoor ist zu überlegen, ob zuerst das Brautpaar auszieht oder die Gäste. Wenn Ihr möchtet, dass die Gäste zuerst ausziehen, sollte dies bereits vor der Zeremonie so kommuniziert werden.


Überlegt Euch, wenn Ihr zuerst auszieht, wo Ihr sinnvollerweise anhaltet, um Euch dann umzudrehen und Eure Gratuationen entgegenzunehmen. Oder ist es Euch lieber, als letzte auszuziehen und von einer jubelnden Gästeschar begrüßt zu werden? Ihr habt die Wahl!


Die Musik beim Auszug darf so richtig fetzig sein, da könnt Ihr alle Register ziehen.

Freie Trauzeremonien sind für viele Brautpaare heute fester Bestandteil ihres Hochzeitstages. Dennoch sorgt der Begriff „Freie Trauung“ noch

immer für Unsicherheiten und Missverständnisse. Was genau ist also eigentlich eine Freie Trauung?


Eine Freie Trauung ist eine Hochzeitszeremonie ohne religiöse oder gesetzliche Vorschriften. Der Ablauf, die Inhalte und die Texte sind komplett auf das Hochzeitspaar und seine individuellen Wünsche zugeschnitten. Freie Trauungen gibt es schon lange, aber der eigentliche Durchbruch kam vor ca. 20 Jahren. Früher wurde diese Form der Trauung vor allem von gleichgeschlechtlichen Paaren genutzt, denen es wichtig war, sich einander zeremoniell zu versprechen, die aber aufgrund der Gesetzeslage bzw. wegen religiöser Bestimmungen keine andere Möglichkeit hatten, eine entsprechende Zeremonie zu gestalten. Oder es waren Paare, die aufgrund von Scheidung oder anderen Hindernissen nicht mehr kirchlich heiraten konnten, denen eine festliche Zeremonie jedoch

wichtig war. Heute sind es angesichts der zunehmenden Kirchenaustritte immer mehr Paare, die sich für diese Form der Hochzeitszeremonie entscheiden. Verlässliche Statistiken gibt es zu diesem Thema nicht, weil das (noch) nirgendwo offiziell erhoben wird. Aber je nachdem wo man in Deutschland hinschaut, liegt der Anteil Freier Trauungen gemessen an der Gesamtzahl der Eheschließungen mittlerweile zwischen 10% und 25%, wobei es hier auch einen klaren Unterschied zwischen Stadt und Land sowie West und Ost gibt.


Wenn man möchte, dass der Staat die Ehe anerkennt, wenn man von eventuellen gesetzlichen oder steuerlichen Vorteilen als Eheleute profitieren möchte, dann muss man auch standesamtlich heiraten. Aber anders als bei den großen christlichen Kirchen in Deutschland, die eine Trauung nur dann vornehmen, wenn die Urkunde der standesamtlichen Heirat vorliegt, ist eine Freie Trauung auch ohne standesamtlichen Trauschein möglich.


Das absolute Kernstück einer Trauung, egal in welchem Kontext, sind die Traufrage, die entsprechenden Antworten der Brautleute und die anschließende offizielle Erklärung zu Eheleuten. Statt eines Pfarrers oder eines Standesbeamten stellt bei einer Freien Trauung in der Regel ein hierfür ausgebildeter Freier Redner oder eine Rednerin die Fragen, nimmt die Erklärung vor und leitet die gesamte Zeremonie. Grundsätzlich kann dies jedoch auch jeder Mensch tun, den das Paar darum bittet.


Grundsätzlich kann eine Freie Trauung überall stattfinden. Im Gegensatz zur kirchlichen oder standesamtlichen Trauung ist man nicht an bestimmte Räumlichkeiten gebunden. Die meisten Paare entscheiden sich für eine Trauung direkt in der Location, wo dann auch gefeiert wird. Es gibt aber auch Freie Trauungen auf Berggipfeln, am Strand oder anderen, ganz ausgefallenen Orten.


Es ist übrigens ein Irrtum, zu meinen, dass Freie Trauungen immer im Freien stattfinden. Das wünschen sich zwar viele Paare, aber manchmal spielt das Wetter eben doch nicht so ganz mit. Dann sollte man eine Alternative haben und vor allem nicht traurig sein. Es ist tatsächlich so, dass Freie Trauungen in Innenräumen oft noch intensiver, schöner und atmosphärisch dichter sind, als Zeremonien, die draußen stattfinden.

Wusstet Ihr schon? Auf dem Standesamt müsst Ihr keine Ringe tauschen! Viele Paare sparen sich dieses Ritual für die freie Trauzeremonie auf. Und so wird Eure Freie Trauung mit all Euren Gästen auch nochmal zu etwas ganz Besonderem, denn alle Menschen, die Euch wichtig sind, bekommen diesen speziellen Moment mit und erleben den Grund für die anschließende Feier.

Musik von der Playlist, DJ, Hochzeitssänger*in, Live-Band … die Möglichkeiten, Eure Hochzeit musikalisch zu gestalten sind fast unendlich. Bei der Planung solltet Ihr zwischen vier Phasen Eures Events unterscheiden:


* Trauzeremonie

* Empfang / Gratulationsphase

* Essen

* Party


Während der Trauung ist Platz für maximal vier Lieder bzw. Musikstücke: Beim Einzug, während der symbolischen Handlung, zwischen Rede und Trauversprechen (hier macht Musik dramaturgisch nur dann Sinn, wenn sie live gespielt wird), und schließlich beim Auszug. Die Stücke sollten für Euch Bedeutung haben und müssen von ihrer Stimmung her an die jeweilige Stelle in der Zeremonie passen. Lasst Euch hierzu von Eurem Redner oder Eurer Rednerin beraten.


Während des Empfangs sollte leichte Hintergrundmusik gespielt werden. Ebenso zum Essen. Wenn Ihr anschließend Party machen wollt, schaut auch mal in den Tipp #05 rein.


Grundsätzlich gilt: Dies ist kein Sparposten! Gute Musik bzw. Musiker kosten nun mal. Der Aufbau und Soundcheck sollten spätestens 30 min vor Beginn der Zeremonie abgeschlossen sein, selbst wenn die Band dann erst am Abend spielt!


Heutzutage gibt es im Web fast immer Hörproben von DJs oder Bands, da ist es sehr lohnenswert, sich die Zeit zunehmen und gründlich hineinzuhören. Fragt auch in Eurem Umfeld und vor allem in Eurer Location oder bei Eurem Caterer nach Empfehlungen. Und bitte investiert hier ordentlich und macht keine Kompromisse. Musik ist einer der Top-5-Erfolgsfaktoren für das Gelingen Eurer Hochzeitsfeier.

Ich habe lange überlegt, ob ich zu diesem Thema überhaupt etwas schreiben soll. Aber da Brautjungfern momentan gerade wieder 'en vogue' sind, möchte ich Euch zumindest ein paar Gedanken zu diesem Thema mit auf den Weg geben. Grundsätzlich ist das ja mit den Brautjungfern eine nette Sache. Aber es gibt hier soooo viele Stolperfallen:


Eine beste Freundin als Trauzeugin auszusuchen (vielleicht auch noch zwei oder drei), geht für den Rest der Mädels okay. Aber wenn es dann zusätzlich Brautjungfern gibt und man ist weder noch, bedeutet das für den Rest der Clique, dass man als drittklassig eingestuft wurde. Ob ich zu dieser Hochzeit dann noch gerne und unbefangen erscheine?


Und welche Rolle haben Brautjungfern eigentlich, außer einer optischen? Na gut, vielleicht noch die Schleppe richten und den Brautstrauß während der Zeremonie verwahren, aber mal ehrlich: Wir sind hier nicht bei den Royals und außerdem ist das nichts, was eine Trauzeugin nicht auch erledigen könnte. Also lautet die Antwort auf die Frage nach der Rolle im Grunde: Hübsch aussehen und dem Gesamtbild Glanz verleihen. – Ist das wirklich mit einem modernen Frauenbild noch vereinbar?


Bleiben wir aber mal bei der Optik. Da kommen dann so Themen auf wie physische Attraktivität. Die etwas molligere Freundin, die mit der Braut schon etliche Lebenskrisen durchgestanden hat, fühlt sich auf einmal reichlich unwohl inmitten gertenschlanker Damen, denen überdies die Farbe Flieder viel besser steht als ihr. Bei der Frage, ob Anstecker am Handgelenk oder kleine Handsträuße entzündet sich ein gruppeninterner Whatsapp-Sturm. Und dann ist im Setting für die Trauzeremonie noch nicht einmal genügend Platz für die Aufstellung, so dass alle Brautjungfern lediglich zusammen in einer Reihe zwischen den anderen Gästen sitzen. Auf einmal zerstreiten sich vormals enge Freundinnen, weil die Braut tatsächlich erwartet, dass jede Brautjungfer das Kleid, was sie (die Braut) ausgesucht hat, selbst bezahlen soll. Und so weiter und so fort … Das ist keine blanke Theorie – diese Dinge habe ich alle bereits erlebt.


Ihr merkt schon: Ich bin kein Fan davon, Brautjungfern im Rahmen einer Hochzeit zu installieren. Dies ist aus meiner Sicht eine veraltete, sinnlose und über-formalisierte Tradition.

Ein großer Fan bin ich hingegen, wenn es um aktive (Wort-)beiträge von Freunden und Familienmitgliedern im Rahmen der Trauzeremonie geht, denn hier kann sich jede und jeder ganz natürlich nach eigenen Talenten und Vorlieben einbringen.

Trauzeugin oder Trauzeuge zu werden ist eine Ehre. Aber warum eigentlich?


Historisch gesehen waren Trauzeugen eigentlich nur dazu da, im wörtlichen Sinne zu 'bezeugen', dass eine Eheschliessung stattgefunden hatte, die somit nicht mehr auflösbar war. Meine Schwiegereltern zum Beispiel kamen Ende der 50er Jahre aus der DDR in den Westen, kannten hier keine Menschenseele, mussten aber umgehend heiraten, weil sie sonst keine gemeinsame Wohnung bekommen hätten. Ihre Trauzeugen waren zwei Menschen von der Straße, an die sich heute niemand in der Familie mehr erinnert.


Seit 1998 sind weder auf dem Standesamt noch bei kirchlichen Trauungen Trauzeugen mehr vorgeschrieben. Aber der Brauch hat sich erhalten. Und es sind den Trauzeug*innen mittlerweile viele Aufgaben im Rahmen einer Hochzeitsvorbereitung und -durchführung zugewachsen, die mit ihrer eigentlichen Aufgabe als 'Zeugen' überhaupt nichts mehr zu tun haben: Organisation des Junggesell*innen-Abschieds, Übernahme organisatorischer Aufgaben im Rahmen der Hochzeitsfeier, Führen der Geschenkeliste, Koordinationsfunktionen, und, und, und …. Es soll Trauzeuginnen geben, die sich am Anschluss an die von ihnen begleitete Hochzeit als Weddingplanner selbstständig gemacht haben. Die Basics dazu haben tatsächlich viele danach drauf.


Im Umkehrschluss bedeutet das aber für das Hochzeitspaar, doch bitte nochmal genau zu überlegen, wen man denn als Trauzeugin und Trauzeugen auswählt, welche Aufgaben man genau damit verbinden will und ob die in Frage kommenden Kandidat*innen denn überhaupt die entsprechenden Fähigkeiten mitbringen.


In diesem Zusammenhang empfehle ich meinen Paaren sehr gerne das Buch von Thomas Sünder: WER HAT EIGENTLICH DIE RINGE? mit ganz vielen Tipps

für alle angehenden Trauzeugen. Lesen sollten dies meiner Meinung nach aber vor allem vorher auch die Hochzeitspaare, damit sie wissen, was sie ggf. ihrer besten Freundin oder ihrem besten Freund mit dieser Ernennung antun.


Ja, Trauzeugin oder Trauzeuge zu sein ist eine Ehre. Warum? Weil es heute mit verdammt viel Arbeit und Verantwortung für das wichtigste Fest im Leben zweier Menschen einhergeht.

Früher bekam man als Hochzeitspaar Dinge für den gemeinsamen Haushalt geschenkt. Heute sind derartige Präsente oft der Supergau, denn die allermeisten Paare haben bereits vor der Eheschließung einen gemeinsamen Haushalt und auch sehr klare Vorstellungen davon, was sie darin sehen möchten und was nicht.


Es ist daher vollkommen okay, wenn sich Hochzeitspaare Geld von ihren Gästen wünschen, das Verständnis dafür ist heute da. Am besten kündigt Ihr das bereits bei der Einladung an. Hierzu gibt es nette Formulierungen wie: "Unser Sparschwein freut sich über etwas Futter", die man im Web (z.B. auf Pinterest) findet. Dennoch möchten es viele Gäste nicht nur dabei belassen und planen noch ein weiteres, ganz persönliches Geschenk.


Für Eure Hochzeitsfeier sind daher drei Dinge ganz wichtig:


* ein Behältnis für die Geldgeschenke/Umschläge, das möglichst diebstahlsicher platziert ist

* ein Geschenketisch, auf dem sonstige Präsente abgestellt werden können

* eine oder zwei Personen, die dem Hochzeitspaar diejenigen Geschenke abnehmen und versorgen, die im Rahmen der Gratulationsrunde überreicht

werden (manche Gäste bringen sogar immer noch Blumensträuße mit, was für eine Unsitte!)


Niemand erwartet von Euch, dass die Geschenke am Tag der Feier ausgepackt werden und dass Ihr Euch sofort dafür bedankt. Aber grundsätzlich gehört es sich (ja in diesem Fall, verwende ich diese Formulierung tatsächlich einmal), dies zeitnah nach der Feier zu tun. Weitere Hinweise zum Thema Danksagungen findet Ihr bei Tipp #30.


Und zu guter Letzt auch noch ein paar Sätze zum Thema Gastgeschenke: Es hat sich in den letzten Jahren eingebürgert, dass die Hochzeitsgäste auf ihren Plätzen während der Feier ein kleines Präsent vorfinden. Das ist keineswegs ein Muss! Aber es ist eine nette kleine Geste. Wenn Ihr Euch dafür entscheidet, dann seht aber auch zu, dass es in diesem Rahmen bleibt, denn diese Präsente knallen je nachdem Euer Hochzeitsbudget durch die Decke. Seid kreativ und sucht preisgünstige, aber liebevolle Dinge hierfür aus, z.B. Blumensamenpäckchen mit der Aufschrift 'Lasst Liebe wachsen', oder ähnliches. Unzählige Ideen hierzu gibt es im Web.

Je nachdem wo und wie Ihr feiern möchtet, ist die in der Location vorhandene Ausstattung ein wichtiges Thema. Plant Ihr z.B. eine Feier in einer alten Scheune oder auf einem Weingut, wird die vorhandene Ausstattung eine andere sein, als wenn Ihr in einem Schlossrestaurant oder in der örtlichen Bürgerhalle feiern möchtet. Erkundigt Euch daher beim Besichtigungstermin genau danach, was vorhanden ist. Seht Euch das Material an und schreiben Euch v.a. die vorhandenen Stückzahlen auf. Danach könnt Ihr entscheiden, was Ihr ggf. an Ausstattung hinzumieten müsst oder möchtet.


Als Anhaltspunkt für Artikel und Preise in der Ausstattungsanmietung empfehle ich Euch die Website www.tellertaxi.de. Oder Ihr schaut allgemein im Web unter dem Suchbegriff 'Catering Equipment' in Eurer Region. Die meisten Unternehmen haben auch einen Showroom, in dem man die Artikel live anschauen und aussuchen kann.

Ich mag Kinder sehr – nicht von ungefähr biete ich als Freie Rednerin ja auch Kinderwillkommensfeste an. Daher versteht die nachfolgenden Sätze

zum Thema Kinder auf Hochzeiten bitte nicht so, dass ich etwas gegen Kinder hätte. Aber folgendes möchte ich Euch hierzu mitgeben:


Eure Hochzeit ist Euer Tag. Auf Euch sollte die Aufmerksamkeit aller Gäste liegen. Ihr richtet dieses Fest aus. Es geht einzig und allein um Euch.


Kinder haben die Eigenschaft, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das ist ganz natürlich und auch vollkommen in Ordnung. Wenn Kinder für eine Hochzeit fein herausgeputzt sind, gilt dies umso mehr. Und es ist ja auch ein superschöner Anblick. – Das kann aber auch dazu führen, dass z.B. beim Einzug der Braut alle Gäste nur auf das süße kleine Blumenmädchen gucken, das da so nett den Gang entlangstolpert. Die Braut wird in diesem Moment zweitrangig.


Meine Aufgabe als Eure Freie Rednerin ist es, Euch während der Zeremonie ganz in den Mittelpunkt zu rücken und darauf zu achten, dass auch so bleibt. Deshalb weise ich im Vorfeld beim Beratungsgespräch zumindest darauf hin, welche Effekte es haben kann, wenn Kinder anwesend oder sogar an der Zeremonie beteiligt sind.


Meine Tipps für den Umgang mit Kindern bei Hochzeiten:


– Blumenkinder erst beim Auszug

– unbedingt Kinderspielecke samt extra engagierter Betreuungsperson

– vor Beginn der Zeremonie im Rahmen der organisatorischen Ansagen durch die Rednerin ein charmanter Hinweis an die Eltern, dass der Platz vorne

vor dem Brautpaar für die nächsten 45 min keine Spielfläche ist


Wenn Kinder im Rahmen der Zeremonie bestimmte Aufgaben übernehmen sollen (Blumen streuen, Ringe bringen, o.ä.), dann muss dies vorher mehrfach

spielerisch eingeübt werden. Achtet auch darauf, dass die Kids schon das nötige Alter und die entsprechende Ernsthaftigkeit haben, um zu verstehen, wie besonders diese Aufgabe ist und überlegt gut, ob sie sich dem auch gewachsen fühlen. Manche Kinder fühlen sich erfahrungsgemäß schlicht überfordert, wenn sie in einem ungewohnten Rahmen eine bestimmte Aufgabe erledigen sollen und alle Blicke auf sie gerichtet sind. Ein weinendes Blumenmädchen oder ein hilfloser kleiner Schleppenträger sind für alle schlimm: für die Gäste, für die Eltern, für Euch als Brautpaar – aber vor allem für das Kind.


Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen stammt übrigens aus der Zeit als ich knapp drei Jahre alt war und bei der Hochzeit einer Tante Blumenmädchen sein durfte. Das war schon ziemlich toll und ein bissle Stolz darauf verspüre ich tatsächlich heute noch …


Auch für die Hochzeitsparty gilt: Nur so wie es Euch gefällt! Wenn Ihr keine Lust auf Tanz habt – lasst es. Wenn Euch nach einer mega Fete mit Bar, Live-Band und jeder Menge feierwütiger Gäste ist – tut es. Ihr müsst Euch wohl fühlen – es ist Euer Fest.


Ich habe es sogar einmal erlebt, dass ein Brautpaar freitags standesamtlich geheiratet hat, am Samstag dann die Freie Trauung mit 35 engen Vertrauten in einer wunderschönen, hochklassigen Location hatte, bei der nach dem gesetzten Essen einfach nur harmonisch und fröhlich zusammengesessen wurde und erst zwei Wochen später fand dann die große Party mit kanpp 100 Gästen in einem alten Bahnhofsgebäude statt. Das war ein Marathon – aber im Rückblick total stimmig und schön.


Ein besonders heikles Thema im Bereich Hochzeitsparty sind die Beiträge von Gästen. Legt im Vorfeld genau fest, was Ihr auf Eurem Hochzeitsfest an Beiträgen haben möchtet und was nicht und kommuniziert dies klar und deutlich. Gerade im Hinblick auf endlose Diashows, langweilige Spiele und peinliche 'Überraschungen' ist dies total wichtig. Macht bereits bei der Einladung klar, wer für die Koordination des Ganzen Ansprechpartner*in ist (z.B. Eure Trauzeugen) und gebt direkt auch die Telefonnummer mit heraus. Sagt der Person, die diese Koordination übernimmt, dass sie die Entscheidungsgewalt hat, was an Aktivitäten zugelassen wird und was nicht und dass sie spontane Aktionen, die nicht vorher abgestimmt sind, auch durchaus verbieten darf.


Schaut auch nochmal in die Tipps #05 (Raumgrößen) und #17 (Musik) wegen weiterer Details zum Thema Party.


Und zu guter Letzt empfehle ich Euch an dieser Stelle wieder ganz dringend die Lektüre von Thomas Sünders Buch: WER JA SAGT, DARF AUCH TANTE INGE AUSLADEN. Die Investition von € 10,00 in dieses Taschenbuch wird garantiert eine der besten im Rahmen Eures Hochzeitsbudgets sein.

Auf einer Hochzeit werden Reden gehalten – ganz klar. Das ist schön und wichtig. Die Kunst ist allerdings, diese Reden gut zu platzieren und sicherzustellen, dass sie die richtigen Inhalte haben, den entsprechenden Ton treffen und dass keine Langeweile aufkommt.


Während der Trauzeremonie habt Ihr es da ziemlich einfach, denn Eure Rednerin oder Euer Redner wird dies (hoffentlich) sehr professionell, herzlich und souverän handhaben. Es gibt nur zwei Stellen in der ca. 45 minütigen Zeremonie an denen der oder die Redner*in länger spricht, nämlich bei der Begrüßung und Einführung (ca. 3-5 min) und bei der eigentlichen Rede (ca. 10-15 min). Die restliche Zeit werden die einzelnen, abwechslungsreichen Zeremonieelemente nur kurz anmoderiert – es kommt also keine Langweile auf.


Wortbeiträge von Familie und Freunden haben durchaus ihren Platz in der Zeremonie, sollten aber insgesamt nicht mehr als 3-4 min beanspruchen und – ganz wichtig – einen sehr persönlichen Inhalt haben. Allgemeine Gedichte und Sinnsprüche sind hier fehl am Platz. Viel besser sind Anekdoten oder persönliche Dinge, die Euch und Eure Beziehung zueinander auszeichnen. Hier mal ein Beispiel: "Also Markus, bevor Du meine Schwester heiratest, möchte ich Dir noch drei Dinge sagen, die Du garantiert noch nicht über sie weißt …" – Bringt Eure*n Redner*in einfach mit den Menschen in Kontakt, die in der Zeremonie einen Wortbeitrag beisteuern möchten. Dann könnt Ihr Euch beruhigt zurücklehnen.


Alles andere an Reden gehört in den Nachmittag oder noch besser in den Abend, zum Beispiel während der einzelnen Gänge des Essens. Traditionell reden die beiden Väter des Hochzeitspaares, eine*r der Trauzeug*innen und der Bräutigam. Das ist die althergebrachte, ganz klassische Variante. Heutzutage gibt es hier keine "Besetzungsliste" mehr, keine Reihenfolge und erst recht kein Muss. Es gilt vielmehr: Wer reden möchte, darf. Allerdings sollte auch dies vorher angemeldet und koordiniert sein. Und auch hier gilt: Es muss persönlich sein und in der Kürze liegt die Würze. Alles an Reden, was während des Essens länger als 5-7 min dauert, ist zu lang.

Die Hochzeitstorte ist eines der Elemente, die ich inzwischen aus meiner persönlichen Hochzeitsfeier komplett streichen würde – aber damals hatten mein Mann und ich auch eine. Und ich weiß, dass viele Paare sehr an diesem Gestaltungselement hängen.


Das Anschneiden der Hochzeitstorte seht symbolisch für das zukünftige gemeinsame Handeln der Brautleute. Früher wurde dabei ganz besonders auf die Handpositionen des Brautpaares geachtet. Denn traditionell hält der Bräutigam seine Hand beim Anschneiden über die Hand der Braut, während die Braut das Tortenmesser führt. Dies symbolisiert, dass der Bräutigam das Sagen hat und die künftige, gemeinsame Richtung angibt, die Braut allerdings die Geschicke im Verborgenen trotzdem lenkt.


Eine Hochzeitstorte ist traditionell fünfstöckig aufgebaut. Jede Etage steht dabei für eine Lebensphase: die Geburt, Konfirmation/Kommunion, Hochzeit, Kinder und schließlich den Lebensabend. Bei einer dreistöckigen Hochzeitstorte zielt die Symbolik auf das gemeinsames Leben ab: Hochzeit, Familie, Lebensabend.


Manche Brautpaare beauftragen den Konditor, ein kleines Schmuck- oder Geldstück in die Torte einzubacken. Wer das Schmuck- oder Geldstück findet, erhält vom Brautpaar eine kleine Aufmerksamkeit.


Die Hochzeitstorte ist ein schönes Element im Rahmen Eurer Hochzeitsfeier, will aber im Ablaufplan gut platziert sein, um nicht zum Stimmungscrasher zu werden. Während des Sektempfangs/Kaffees bietet sich als Zeitpunkt ebenso an, wie als Eröffnung des Nachtischbuffets. Tödlich für die Partystimmung ist es allerdings, wenn die Torte als besonderer Programmpunkt um Mitternacht mit großem Tamtam aufgefahren wird und dann alle erst mal Kuchen essen und niemand mehr tanzen will.


Achtet auch darauf, dass die Torte vom Teig her leicht ist, und der Überzug nicht zu schwer verdaulich. Mittlerweile haben sich auch Torten etabliert, die nicht mehr rund und mehrstöckig sind, sondern flach. Diese lassen sich deutlich besser anschneiden, machen aber natürlich optisch nicht mehr ganz so viel her.


Grundsätzlich gilt, dass Ihr nur die ersten Stücke anschneiden und verteilen solltet. Danach vielleicht noch je ein Mini-Stückchen für Euch auf einen Teller und mit überkreuzten Handgelenken ein ineinander verschlungener Happen Kuchen miteinander gegessen. Danach könnt Ihr das weitere Handling der Torte getrost dem Service überlassen und Euch wieder um einander und um Eure Gäste kümmern.

Das Trauversprechen ist das Herzstück der gesamten Zeremonie und des ganzen Hochzeitstages. Dass sich zwei Menschen einander anvertrauen und fortan gemeinsam durchs Leben gehen wollen, ist nichts Selbstverständliches und sollte auch nicht leichtfertig geschehen.


Und genau deshalb legt Ihr – zumindest bei einer Freien Trauung – auch ganz genau fest, welche Traufrage Eure Rednerin oder Euer Redner Euch stellen darf. Verwendet viel Zeit und Sorgfalt darauf, über das Versprechen, das Ihr hier abgebt, nachzudenken und dies sauber und für Euch passend zu formulieren. Dies ist vermutlich das wichtigste Versprechen Eures Lebens.


Beispiele für Trauversprechen hält Eure Rednerin oder Euer Redner für Euch bereit – lasst Euch vertrauensvoll beraten.

Wer heute heiratet ist oft der Meinung, Junggesell*innen-Abschiede – kurz JGA – hätte es bei uns schon immer gegeben. Aber weit gefehlt. Bis vor ca. 20 Jahren gab es in Deutschland vielmehr den Polterabend, der aber inzwischen durch sein US-amerikanisches Pendant weitgehend verdrängt worden und eigentlich nur noch in ländlichen Gebieten anzutreffen ist.


Das ist ja zunächst mal auch nichts Schlechtes, denn ich habe immer noch die Bilder meiner Freundinnen im Kopf, die – vollkommen übernächtigt und mit beginnender Sehnenscheidenentzündung vom stundenlangen Scherbenschaufeln – am nächsten Morgen auf dem Standesamt einliefen. Von den verkaterten künftigen Gatten gar nicht zu reden. Da ist ein schöner Tag und/oder Abend, den die Brautleute getrennt mit ihren engen Freund*innen verbringen, doch deutlich netter. Allerdings nur, wenn dies nicht in Geschmacklosigkeiten und ein kollektives Besäufnis ausartet oder horrende Kosten für alle Teilnehmer*innen verursacht.


Macht Euch bitte klar: Weder ein Polterabend noch ein JGA sind ein Muss!


Wenn Ihr Euch dafür entscheidet, einen JGA haben zu wollen, dann sagt dem- oder derjenigen, die das Ganze organisiert, ganz klar, wo die Richtung hingehen soll. Natürlich darf das Ganze dann letztlich eine Überraschung sein, aber bitte keine negative. Den Kreis der Teilnehmer*innen bestimmt Ihr. Auch dadurch lassen sich manche Dinge schon im Vorfeld ganz gut steuern.


Grundsätzlich gilt, dass bei JGAs jede*r Teilnehmer*in für sich selbst zahlt und überdies die Braut bzw. der Bräutigam von allen gemeinsam freigehalten werden. Mindestens eine Runde Getränke geht allerdings auf die Braut bzw. den Bräutigam. – Beim Polterabend wird das Fest übrigens komplett von den Brautleuten gezahlt, das kann bei größeren Dorfgemeinschaften trotz einfachstem Zuschnitt ganz schön ins Geld gehen.


Bewährt hat sich eine gemeinsame Kasse, in die alle Teilnehmer vorher überschlägig den Betrag einzahlen, der pro Kopf voraussichtlich anfällt. Bittet eventuell die Organisatoren darum, im nachhinein sauber, detailliert und zeitnah mit allen Teilnehmern abzurechnen, damit keine derartigen Misstöne vom JGA die Stimmung auf Eurer Hochzeitsgesellschaft beeinträchtigen.


Plant das Datum Eures JGA gemeinsam mit den Organisatoren und stellt sicher, dass mindestens eine Woche – besser sind 3-4 Wochen – zwischen dem JGA-Termin und Eurem Hochzeitstermin liegen. Und – ganz wichtig: Legt den JGA der Braut nicht auf den selben Tag wie den JGA des Bräutigams! So ist einer der Partner immer noch einsatzfähig und kann Abholdienste leisten, falls nötig.


Eine Hochzeit ist heute eine oft teure Angelegenheit. Macht Eucht rechtzeitig Gedanken darüber, wie viel Ihr insgesamt für Eure Hochzeit ausgeben wollt und notiert Euch Euer Limit und Eure Ausgaben. Am besten nutzt Ihr ein entspechendes Tool oder legt Euch zumindest eine Excel-Tabelle hierfür an.


Übrigens: Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich lange Jahre im Eventmanagement tätig war. Paare, die mich als Freie Rednerin für Ihre Hochzeit buchen, bekommen ab sofort ein selbst entwickeltes Excel-Planungstool von mir als Goodie zur Verfügung gestellt.

Eine gute Vorbereitung ist das A und O dafür, dass Euer Hochzeitstag schön, locker und entspannt wird. Delegiert bereits im Vorfeld möglichst viele Aufgaben, stellt aber gleichzeitig sicher, dass Ihr über alles Wichtige informiert seid und in alle Details eingebunden bleibt. Habt Euren Ablaufplan, den Ihr (hoffentlich) von Eurem Redner oder Eurer Rednerin als Gerüst für die Zeremonievorbereitung bekommen habt, immer präsent und erweitert diesen ruhig um die anschließende Feier und deren entsprechende Details.


An Eurem Hochzeitstag selber solltet Ihr nichts mehr zu erledigen haben, was nicht mit Euch selber oder Euch beiden als Paar zu tun hat. Konzentriert Euch ganz auf Euch und entspannt Euch. Es wird ein ganz wunderbares Fest werden!

Zum Thema Geschenke hatten wir ja schon ein paar wichtige Hinweise unter Tipp #20. Hier geht es nun darum, wie Ihr Euch beim Thema Danksagungen gut organisiert.


Am besten führt Ihr beim Auspacken der Geschenke eine minutiöse Liste, wer Euch was geschenkt hat. Instruiert auch Eure Geschenkeassistenten für den Tag der Feier, dass sie zur Not handschriftlich auf dem Geschenk notieren, von wem es kam, wenn keine Karte dabei sein sollte.


Eure Danksagungskarten könnt Ihr im gleichen Stil drucken lassen, wie Eure Einladungskarten – ggf. auch schon vorher mit einem allgemeinen Text, den Ihr dann noch handschriftlich mit einer persönlichen Notiz ergänzt. Eure Gäste freuen sich ganz bestimmt auch über ein Foto von Eurer Feier im Rahmen der Danksagung. – Allerspätestens vier Wochen nach Eurer Hochzeitsfeier solltet Ihr das Thema Danksagungen abgeschlossen haben.


An dieser Stelle noch ein Wort zu den heute immer mehr verbreiteten digitalen Danksagungen, bei denen auf Knopfdruck alle Schenkenden das gleiche Dankeschön erhalten: Das ist für die Brautleute zwar wahnsinnig praktisch, beinhaltet aber für die Schenkenden null Wertschätzung.